Es waren wirklich zehn anstrengende aber auch wunderschöne Tage die, die Pfadfinder und Jungpfadfinder gemeinsam auf dem Jugendzeltlagerplatz bei Ingolstadt verbrachten. Auch wenn der erste Tag vielleicht noch etwas zäh war. Sie trafen sich am Samstag den 27. August bereits in aller Frühe am Kaplaneihaus in Neuhausen um das größte Gepäck abzugeben und dann mit einigen Eltern zum Plochinger Bahnhof zu fahren, wo sich dann auch die restlichen Eltern verabschiedeten. Von Plochingen aus ging es dann mit dem Zug weiter nach Ingolstadt und auf die Zugfahrt folgte dann noch eine einstündige Wanderung bevor die Gruppe endlich am Lagerplatz ankam, der zur Freude aller, direkt an einem Baggersee lag.
Bevor sie den Lagerplatz richtig auskundschaften konnten, mussten allerdings erst mal die Zelte aufgebaut werden, was drei Jurten, eine Kohte und das Küchenzelt beinhaltetete. Da alle etwas erschöpft vom frühen Aufstehen waren, verbrachten sie den Rest des Tages, ohne großes Programm, einfach nur auf dem Lagerplatz und bald gab es auch schon Abendessen.
Da sich die Pfadfinder den Platz am Anfang noch mit einer russisch-deutschen Gruppe teilten, saßen die beiden Gruppen später am Abend noch zusammen am Lagerfeuer, was aber gar nicht weiter schlimm war, da so einige interessante Gespräche geführt werden konnten. Erschöpft gingen die meisten relativ früh ins Bett und so müde wie sie waren, viel es auch nicht schwer über den Gesang hinweg einzuschlafen.
Nachdem am nächsten Morgen die Leiter auch aufgestanden waren und alle am Frühstück saßen, wurde das Spiel verkündet das sich letztendlich übers gesamte Lager ziehen sollte und an sich immer noch nicht beendet ist, das sogenannte Mörderspiel. Bei diesem Spiel werden alle Namen der Teilnehmer auf Zettel geschrieben, dann darf sich jeder einen Namen ziehen, den er keinem sagt und diese Person muss man töten. Getötet wird indem man der Person, die man hat einne Gegenstand in die Hand gibt ohne dass es Zeugen sehen. Bereits Tote gelten nicht mehr als Zeugen.
Es wurde eine Wand aufgehängt auf der festgehalten wurde wer schon tot war und was diese Person als letztes gesagt hat, wobei immer ganz lustige Sätze entstanden. Zusätzlich gab es auch noch eine falsch interpretierte Zitate und Gerüchte Wand, die sich über das Lager hinweg immer mehr füllte.
Da gutes Wetter herrschte, entschieden die Leiter in See zu stechen, aber nicht ohne vorher ein Floß zu bauen. Letztendlich verbrachte die Gruppe fast den ganzen Tag im See, natürlich nicht ohne ihn einmal zu durchqueren.
Am nächsten Morgen startete die Gruppe besonders gestärkt in den Tag da die Leiter, wie es sich für einen „verrückten“ Montag gehört, einfach Abendessen und Frühstück vertauscht hatten und es deswegen Käspätzle anstatt Brot und Müsli gab. Zudem bekam jeder aus der Gruppe einen anderen Namen zugeteilt, was zunächst für Verwirrung und einige Zitate sorgte.
Danach teilten sich die Pfadfinder in zwei Gruppen und während die einen Filzen gingen, bauten die anderen einen Unterstand unter dem von da an gegessen wurde. Am Ende vom Tag zierten ein kleines „Enti“ (eine Ente) und ein „Timmy“ (ein Schaf) das Küchenzelt und unter dem Unterstand wurden fleißig Karten und andere Spiele gespielt.
Nachdem Dienstag Vormittag wieder einige im See verbracht haben, ging es am Nachmittag erneut an die Handarbeiten. Was alle eifrig mitgemacht haben ,denn sie haben sich aus zerschnittenen Putzlappen Wasserbomben gebastelt und diese in der darauf folgenden Wasserschlacht direkt auf die Probe gestellt.
Am Mittwoch hieß es dann früh aufstehen und Zeug packen, denn es ging auf den Hike. Nach dem Frühstück schulterten also alle ihre Rücksäcke, die aus Verpflegung für drei Tage, Isomatte und Schlafsack bestanden und liefen los, grob in Richtung Kipfenberg. Am Nachmittag, als die Gruppe schon lange aus Ingolstadt raus und über einige Landstraßen gewandert war, gaben die Leiter ihnen die erste Aufgabe. Sie sollten auf drei Eier aufpassen und diese den ganzen Hike über mittragen, allerdings ohne sie in Rucksäcken, Taschen oder der Gleichen zu verstauen. Nachdem sie die drei benannt hatten -der Erstgeborene hieß JFK (Jamie fucking Kennister, er hatte nur ein Hand), der Zweite Olaf (er war ein Schneemann) und der Letzte Deadpool (er trug eine Maske)- gaben die Leiter auch schon die zweite Aufgabe. Es sollte eine Tragevorrichtung gebaut werden und zwar nur aus Naturmaterialien.
Kurz darauf schlug die Gruppe auch schon ihr Lager auf, was in diesem Fall so viel hieß wie Isomatten ausrollen. Nach dem Abendessen, das an beiden Abenden nur aus Spaghetti und Pesto bestand, spielten einige noch Karten, doch bald schliefen alle tief und fest.
Der Donnerstag fing eigentlich nicht anders an als der vorangegangene Tag; Frühstücken, Zeug packen und los.
Worunter die Gruppe in den drei Tagen am meisten litt, war zum einen die Sonne, die vor allem an diesem Tag anstrengend war, da sie über viel offenes Gelände liefen, zum anderen der Verlust der Eier. Vor allem der Tod des Jüngsten war an diesem Tag sehr ernüchternd. Es trug sich zu als die Gruppe gerade in dem Ort angekommen war in dem sie auch übernachten würden. Sie machten gerade Pause neben einem Grabsteinverkäufer als jemand merkte, dass die Eierverpackung von unten nass war. Bestürzt musste vor allem der kurzfristig ernannte Vater von Deadpool feststellen, dass dieser das Zeitliche gesegnet hatte. Während den Todesursachen sofort auf den Grund gegangen wurde, lief die Gruppe noch ein Stück weiter und schickte schließlich je einen Pfadi und Jufiszusammen mit zwei Leitern zu einem Altersheim um zu fragen, ob sie die Nacht auf der Wiese verbringen dürften, die eben zu diesem gehörte. Schlussendlich lagen alle auf ihren Isomatten um einen Moment Ruhe genießen zu können. Von der Gruppe hatte keiner etwas einzuwenden da sich ganz in der Nähe ein Edeka und ein Norma befanden und somit alle gut versorgt waren. Vor allem am nächsten Morgen, da ein Pfadi extra etwas früher aufgestanden war um Brötchen und Kaffee für alle zu besorgen, was in dieser Situation lebensrettend war.
Gut gestärkt machte sich die Gruppe dann auch schon wieder auf den Weg. Doch dieses Mal ging es nicht an Straßen entlang, sondern ein oder zweimal über und um den Berg herum. Letztendlich kam die Gruppe praktisch gleichzeitig mit dem Zug in Kipfenberg am Bahnhof an. Zurück in Ingolstadt hieß es dann nochmal eine Stunde zum Lagerplatz laufen bevor alle glücklich unter die Duschen oder in den See springen konnten.
Am Samstag war dann erstmal ausschlafen angesagt und beim Frühstück/Mittagessen verkündeten die Leiter das Programm für den Tag. Für diesen Abend sollten nämlich die Kinder das Essen zubereiten wozu sie in drei Gruppen aufgeteilt wurden; Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch. Nachdem alle sich geeinigt hatten was sie kochen wollen wurde aus jeder Gruppe einer ausgesucht der mit einkaufen gehen sollte um die benötigten Zutaten zu besorgen.
Am Abend gab es dann eine dreiteilige Vorspeise, die aus einem Salat, Guacamole mit Tortillas und Mozzarella-Tomatensalat bestand, die Paella mit Gemüse anstatt Meeresfrüchten als Hauptgang und Vanilleeis mit Obstspießen übergossen mit Schokolade als Nachtisch. Alles in allem ein Festmahl.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die tapferen Pfadfinder dann noch von zwei Schurken (unsere ehemaligen Leiter) überfallen, die sich nachts durch den See gekämpft hatten um dann unser Banner zu stehlen.
Am Sonntag war es dann um alle geschehen als die Leiter die Hennafarbe auspackten. Als im Lauf des Tages alle beschmückt waren und die Farbe getrocknet war, erklärten die Leiter das nächste Spiel. Und so verbrachte die Gruppe den restlichen Tag mit „Kuhhandel“. Bei dem Spiel geht es darum etwas aus Naturgegenständen herzustellen und sich eine Geschichte dazu auszudenken. Je besser der Gegenstand oder die Geschichte (oder beides), desto höher der Preis den man letztendlich dafür erhandeln kann. Natürlich hilft es auch dreist hohe Preise anzusetzen. Mit dem Geld das man so bekommt kann man sich dann Tiere bzw. Tierteile ersteigern. Welche Gruppe am Ende am meisten Punkte hat, hat gewonnen. Man kann auf jeden Fall sagen, dass das Spiel allen Spaß gemacht hat und echt verrückte Geschichten und Gegenstände entstanden sind.
Am Montag merkte man dann schon wie sich das Lager langsam dem Ende zuneigte denn die Kohte und die Leiterjurte wurden bereits abgebaut um am nächsten Morgen Zeit zu sparen, was sich als sehr weise Entscheidung herausstellte.
Ansonsten war der Tag eher ruhig, da sich die Jufis und Pfadis die noch kein Versprechen hatten darauf vorbereiten mussten es an diesem Abend abzulegen. Abends zogen Jufis und Pfadis dann getrennt voneinander los zu den jeweils vorbereiteten Plätzen.Was man auf jeden Fall sagen kann, dass es wieder sehr schöne Versprechen waren, jedes auf seine Art und so ein Abend nochmal die Verbundenheit in der Stufe stärkt.
Am Dienstag Morgen wurde aus 7:30 Uhr aufstehen auf mysteriöse Weise 8:45 Uhr aufstehen, weshalb das restliche Lager dann in Rekordzeit abgebaut und aufgeräumt werden musste. Gerade noch rechtzeitig ging es dann wieder in Richtung Ingolstadt Hauptbahnhof und von da aus zurück nach Plochingen, wo bereits einige Eltern auf die Gruppe warteten. Zurück am Kaplaneihaus verabschiedete die Gruppe sich noch in einer schnellen Abschlussrunde und mit einem freudigem und gleichzeitig wehmütigem „Gut Pfad“ konnten schließlich alle heim gehen zu ihren Duschen und Betten.
Carolin K. & Kim v. H.













































